Deutsche Sauna-Akademie

Ausbildung zum Saunameister
 

Ersthelfer für Saunaanlagen


ISQS Level 1 – Grundlagen & Sicherheit
Der Kurs „Ersthelfer für Saunaanlagen“ ist ein spezialisierter Erste-Hilfe-Kurs für den Saunabetrieb. Er vermittelt die Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten, die erforderlich sind, um typische Notfälle und Unfallereignisse in Saunaanlagen frühzeitig zu erkennen, richtig einzuschätzen und bis zum Eintreffen professioneller Hilfe angemessen zu handeln.
Saunaanlagen stellen besondere Anforderungen an die Erste Hilfe. Gäste halten sich in heißen Kabinen, Nassbereichen, Freiluftzonen, Tauchbecken und Ruhebereichen auf. Dadurch entstehen typische Gefährdungssituationen, die in allgemeinen Erste-Hilfe-Kursen häufig nur am Rand oder gar nicht behandelt werden. Dazu gehören unter anderem Stürze auf nassen Oberflächen, Kreislaufprobleme nach Hitze- oder Kaltreizen, Verbrühungen und Verbrennungen, allergische Reaktionen auf Aufgussmittel sowie Bewusstlosigkeit in der Saunakabine.
Im Mittelpunkt des Kurses steht deshalb nicht nur die allgemeine Erste Hilfe, sondern vor allem die Übertragung dieser Maßnahmen auf die besonderen Bedingungen des Saunabetriebs. Die Teilnehmenden lernen, wie sie sich selbst schützen, eine Notfallsituation richtig einschätzen, Verunfallte aus Gefahrenbereichen bergen und geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten.
Der Kurs umfasst nach den Anforderungen der betrieblichen Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung 9 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Betriebliche Ersthelfer müssen spätestens alle zwei Jahre fortgebildet werden; Ausbildung und Fortbildung können nach DGUV-Vorgaben nur durch entsprechend ermächtigte Stellen durchgeführt werden.

Einordnung im ISQS-System
Der Kurs ist dem ISQS Level 1 – Grundlagen & Sicherheit im Saunabetrieb zugeordnet. Level 1 bildet die Basisqualifikation für Personen, die in Saunaanlagen tätig sind oder tätig werden möchten. Die Seminare dieser Stufe vermitteln grundlegende Kenntnisse zu Sicherheit, Gesundheitsschutz und zum verantwortungsvollen Umgang mit Saunagästen.
Innerhalb des ISQS übernimmt der Kurs „Ersthelfer für Saunaanlagen“ eine zentrale Sicherheitsfunktion. Er ergänzt das grundlegende Verständnis des Saunabadens um die Fähigkeit, gesundheitliche Auffälligkeiten, Unfälle und Notfallsituationen im Saunabereich zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Damit bildet der Kurs eine wichtige Grundlage für alle weiterführenden Qualifikationen, insbesondere für die Kurse Aufguss-Fachkraft, Fachkraft für ätherische Öle und Sauna-Fachkraft.

Ziel des Kurses
Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmenden in die Lage zu versetzen, typische Notfälle im Saunabereich sicher zu erkennen und angemessen zu handeln. Sie sollen gesundheitliche Risiken beim Saunabaden einschätzen, die eigene Sicherheit beachten, Verunfallte aus Gefahrenbereichen bergen und geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchführen können.
Der Schwerpunkt liegt auf Situationen, die durch Hitzeeinwirkung, Kreislaufbelastung, Feuchtigkeit, rutschige Oberflächen, Aufgüsse, Aufgussmittel oder den Aufenthalt in heißen Kabinen entstehen können. Die Teilnehmenden lernen, wie sie bei Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit, Atemstörungen, Verbrennungen, Verbrühungen, allergischen Reaktionen, Stürzen und anderen typischen Saunaunfällen richtig reagieren.
Zugleich vermittelt der Kurs Handlungssicherheit für den betrieblichen Alltag. Wer in einer Saunaanlage arbeitet, muss im Notfall nicht nur schnell, sondern vor allem strukturiert, ruhig und fachlich richtig handeln können.

Für wen ist der Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Mitarbeitende von Sauna- und Wellnessanlagen, Thermen, Schwimmbädern, Fitnessanlagen, Hotels, Sportzentren, Wellnesshotels sowie Kur- und Rehabilitationszentren mit angeschlossener Sauna. Er ist besonders geeignet für Personen, die im Saunabereich regelmäßig Kontakt zu Gästen haben, Aufgüsse begleiten, Badebereiche beaufsichtigen oder im Rahmen des betrieblichen Sicherheitskonzeptes als Ersthelfer eingesetzt werden sollen.
Auch Betreiber kleiner Saunaanlagen profitieren von dem Kurs, weil sie die besonderen Risiken des eigenen Betriebes besser einordnen und geeignete organisatorische Maßnahmen ableiten können. Für Quereinsteiger bietet der Kurs einen praxisnahen Einstieg in die sicherheitsrelevanten Besonderheiten des Saunabetriebs.
Der Kurs eignet sich außerdem für Mitarbeitende, die bereits eine allgemeine Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert haben, ihre Kenntnisse aber auf die besonderen Bedingungen von Saunaanlagen übertragen möchten.

Zulassungsvoraussetzungen
Die Teilnehmenden müssen mindestens 18 Jahre alt sein und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, um den Unterrichtsinhalten, den praktischen Übungen und den sicherheitsrelevanten Anweisungen folgen zu können.
Besondere fachliche Vorkenntnisse im Saunabereich sind nicht erforderlich. Ein grundlegendes Interesse an Sicherheit, Gesundheitsschutz und dem verantwortungsvollen Umgang mit Saunagästen wird empfohlen.

Inhalte des Kurses
Der Kurs umfasst die wesentlichen Grundlagen der Ersten Hilfe im Saunabetrieb. Behandelt werden insbesondere:
1. Grundlagen der Sicherheit im Saunabetrieb typische Gefahrenbereiche, Eigenschutz, Absicherung von Unfallstellen, Verhalten in Notfallsituationen
2. Physiologische Reaktionen und Kreislaufbelastung Hitzeeinwirkung, Thermoregulation, Kreislaufreaktionen, Dehydrierung, orthostatische Dysregulationen
3. Erkennen medizinischer Notfälle Bewusstseinsstörungen, Atemstörungen, Kreislaufkollaps, thermischer Schock, allergische Reaktionen
4. Grundlagen der Ersten Hilfe Notruf, Betreuung von Verunfallten, stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Einsatz eines AED
5. Verbrühungen und Verbrennungen in Saunaanlagen Verbrennungen durch heiße Oberflächen, Verbrühungen durch Aufgusswasser, Sofortmaßnahmen und Wundversorgung
6. Bergung von Personen aus Gefahrenbereichen sichere Bergung aus Saunakabinen, Dampfbädern, Tauchbecken und engen Bereichen, Einsatz von Bergetuch oder Rettungsbrett
7. Fallbeispiele aus der Praxis Kreislaufkollaps beim Aufguss, bewusstlose Person in der Kabine, Verbrühung, Panik, Desorientierung und typische Handlungsketten

Der Kurs besteht aus einem Onlie- und einem Präsenzteil. Er umfasst insgesamt 9 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Der praktische Anteil bildet einen wesentlichen Bestandteil des Seminars. Zu den Übungen gehören unter anderem die Bergung aus Gefahrenbereichen, die Absetzung eines Notrufes, die Kontrolle von Bewusstsein und Atmung, die stabile Seitenlage, die Herz-Lungen-Wiederbelebung, der Einsatz eines AED, die Wundversorgung sowie Maßnahmen bei Schockereignissen.

Was lernen die Teilnehmenden?
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmenden typische Unfall- und Notfallsituationen in Saunaanlagen erkennen und fachlich richtig einordnen. Sie wissen, welche Risiken in heißen Kabinen, Nassbereichen, Freiluftzonen, Tauchbecken und Aufguss-Situationen auftreten können und welche Maßnahmen im jeweiligen Fall erforderlich sind.
Die Teilnehmenden können Unfallstellen absichern, die eigene Sicherheit einschätzen und Verunfallte aus Gefahrenbereichen bergen. Sie lernen, wie eine Person aus einer Saunakabine oder einem anderen kritischen Bereich herausgebracht werden kann, ohne sich selbst oder andere zusätzlich zu gefährden.
Darüber hinaus erwerben die Teilnehmenden grundlegende Handlungskompetenz in der Ersten Hilfe. Sie können einen Notruf absetzen, den Allgemeinzustand einer verunfallten Person beurteilen, Bewusstsein und Atmung kontrollieren, eine stabile Seitenlage durchführen, Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten und einen automatisierten externen Defibrillator einsetzen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf sauna-typischen Notfällen. Die Teilnehmenden lernen, Kreislaufreaktionen, Bewusstlosigkeit, Verbrennungen, Verbrühungen, allergische Reaktionen, Vergiftungen oder Verätzungen durch Aufgussmittel zu erkennen und geeignete Sofortmaßnahmen einzuleiten.
Damit sind sie in der Lage, im Saunabetrieb ruhig, strukturiert und fachlich angemessen zu handeln. Die Lernziele entsprechen der ISQS-Curriculumstruktur für den Kurs „Ersthelfer für Saunaanlagen“.

Abschluss und Zertifikat
Der Kurs schließt mit einer Teilnahmebestätigung beziehungsweise einem Zertifikat ab. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmenden das Zertifikat: ISQS Level 1 – Ersthelfer für Saunaanlagen
Das Zertifikat dokumentiert die Teilnahme an einer spezialisierten Erste-Hilfe-Schulung für den Saunabetrieb. Da Erste-Hilfe-Maßnahmen im Alltag nur selten angewendet werden und praktische Handlungssicherheit regelmäßig aufgefrischt werden muss, ist eine Wiederholung beziehungsweise Fortbildung spätestens nach zwei Jahren sinnvoll und im betrieblichen Kontext regelmäßig erforderlich.

Warum dieser Kurs wichtig ist
Saunaanlagen sind Orte der Erholung, aber zugleich besondere thermische und betriebliche Umgebungen. Hitze, Feuchtigkeit, rutschige Böden, Aufgüsse, Kaltwasseranwendungen und körperliche Kreislaufreaktionen können Situationen entstehen lassen, die schnelles und fachlich richtiges Handeln erfordern.
Allgemeine Erste-Hilfe-Kurse vermitteln wichtige Grundlagen. Sie behandeln jedoch die besonderen Bedingungen einer Saunaanlage häufig nicht ausreichend. Wer eine bewusstlose Person aus einer heißen Kabine bergen, eine Verbrühung durch Aufgusswasser versorgen oder eine allergische Reaktion nach einem Aufgussmittel erkennen muss, benötigt ein saunaspezifisches Verständnis der Situation.
Der Kurs „Ersthelfer für Saunaanlagen“ schließt diese Lücke. Er verbindet allgemeine Erste-Hilfe-Kompetenz mit den besonderen Anforderungen des Saunabetriebs. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Gäste, zur Handlungssicherheit des Personals und zur professionellen Organisation des Saunabetriebs.

Hinweis
Der Kurs fällt nicht unter das deutsche Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG).